
Handy HTC HD2
Dies ist der Dritte von drei Teilen des HTC HD2 Handy/Smartfone-Tests. Dieser Bericht wurde ursprünglich von Russel Jefferies auf Mobileburn.com veröffentlicht. Danke an dieser Stelle an Michael von Mobileburn, dass wir ihn übersetzen und hier veröffentlichen durften! Lesen Sie dazu auch den ersten Teil des HTC HD2 Tests und natürlich den zweiten Teil.
Musik auf dem HTC HD2
Das HD2 hat auch ein Programm zur Musikwiedergabe integriert, welches über den Musik-Steuerungsknopf in der HTC-Sense-Oberfläche gestartet wird. So kommt man in die Albenansicht der Musik, die auch einige Basisinformationen zu den Titeln und einen Fortschrittsbalken des aktuellen Titels bietet. Von hier aus kann man dann die Musikbibliothek öffnen, die man nach Titeln, Interpreten, Alben, Playlists, Genres, Komponisten und gekaufter Musik durchsuchen kann. Man kann hier auch direkt am Handy eigene Playlisten erstellen und das Musikprogramm bietet auch eine Audio-Boost-Funktion, um die Klangcharakteristik bei Kopfhörern zu verbessern.
Wie üblich sind die mitgelieferten Kopfhörer nicht das Gelbe vom Ei und wollten auch nicht in den Ohren des Testers halten, aber zumindest boten sie ein Mikrofon und eine Musiksteuerung.
Wenn Sie es vorziehen Kabellos Musik zu hören, bietet das HTC HD2 auch die Möglichkeit per Bluetooth A2DP mit einer Reihe verschiedener Bluetooth-Kopfhörer betrieben werden zu können. Di Tonqualität lässt dann aber sehr zu wünschen übrig.
Video-Genuss ?!
Das HD2 kann jedoch nicht nur Musik wiedergeben, sondern auch Video. So wird eine Reihe an Formaten unterstützt, angefangen von diversen AVI-Dateien, 3GP, M4V, MP4 und WMV. Die Videowiedergabe ist sehr gleichmäßig und durch den großen Bildschirm wird es so auch sehr angenehm, auf Reisen Videos zu sehen. Leider dreht Windows Media Player Mobile das Video jedoch nicht, wenn man das Handy auf die Seite dreht, aber durch Drücken der Vollbildoption im Menü lässt sich auch das erreichen.
Sollte auf dem Handy selbst nicht genug Videomaterial vorhanden sein, kann man mit einer vorinstallierten Youtube-Software ganz leicht das Videoportal durchstöbern. Im Test konnte die Ladegeschwindigkeit und die Wiedergabequalität der Videos sowohl im WLAN als auch per HSPA positiv überraschen. Besonders beim Abspielen von Youtube-Videos kann das HTC HD2 seine stärken voll ins Spiel bringen.
Das HD2 als Navi
Eine weitere Fähigkeit des HD2 soll nicht unerwähnt bleiben. Das Handy kann als vollwertiges Navigationssystem eingesetzt werden. Bereits vorinstalliert ist eine 15-Tage Testversion von CoPilot Live 8, welche durch Kauf eines Softwareschlüssels zur Vollversion freigeschalten werden kann. Passend dazu kann man auch eine Halterung fürs Auto erstehen, welche an einem Ersatz-Batteriefachdeckel befestigt wird. Die Software lässt sich sowohl im Portrait als auch im Querformat betreiben und beinhaltet alle Warnungen und Ansagen, die man von anderen Satellitennavigationssystemen kennt, inklusive großen Bildschirmbedienelementen. Für den Fall, dass Sie CoPilot Live nicht verwenden wollen, befindet sich auch Google Maps auf dem HD2.
Installierte Software
Um die beeindruckende Sammlung an Programmen abzurunden, hat das HD2 auch noch eine Reihe gewhöhnlicher Bürosoftware integriert, so wie zum Beispiel Taschenrechner, Kalender, Daten-Explorer, Stimmenrecorder, Visitenkartenscanner, Wecker und eine Weltzeituhr. Weitere Programme sind: Adobe Reader LE, RSS-Hub-Software, MS Office Mobile, Microsofts „My Phone“ Backup Software, ein Spiel (Teeter), ein Facebook-Programm und das HTC-Twitter-Programm „Peep“, das direkt von der HTC Sense-Oberfläche aus geöffnet werden kann.
Das getestete HD hat knapp über 200 MB eingebauten Speicher und wurde leider auch nicht mit einer microSD-Karte ausgeliefert. Mit einer frei wählbaren microSD-Karte können die Käufer das Handy jedoch nach Belieben mit bis zu 32 GB Speicherplatz versehen.
Nutzeroberfläche / Interface
Wie erwähnt läuft das HTC HD2 mit Windows Mobile 6.5 was bisher noch relativ neu auf dem Markt für Handybetriebssysteme ist. Das bedeutet, man profitiert von der kompletten Synchronisationsfähigkeit von Windows Mobile Geräten, inklusive Programmen wie Windows Mobile Device Center, mit dem Musik, Bilder und Video mit kompatiblen PCs Synchronisiert werden können. Wie erwartet bietet es auch gute Handhabung und Steuerung der Verbindungen.
Leider jedoch sind in der Version 6.5, trotz Einbindung einiger schönerer, fingerfreundlicher Menüs immer wieder Bildschirme mit winzigen Texten und Basisbedienelementen integriert, die sich mit Touchscreens nicht gut handhaben lassen. Um Glück wird dieses Manko etwas durch das riesige Display wieder gut gemacht, auf dem die Bedienelemente etwas größer dargestellt werden.
Doch ist das Gerät trotz alledem ein HTC-Gerät, was bedeutet, dass Sie sich nicht lange mit lästigen Windows Mobile Eingaben aufhalten müssen, da HTC ganze Arbeit dabei geleistet hat, die Nutzerführung mit der bereits erwähnten HTC Sense-Oberfläche abzuwickeln. Das macht das System nicht nur einfach zu bedienen, sondern auch sehr schön anzusehen. Zu Beginn wird man auf dem Startbildschirm mit einer Klappzahlenuhr konfrontiert, einer Wetteranzeige, einem Kalender und einigen Kurzbefehlknöpfen. Unter diesen befindet sich weiterhin eine horizontale Leiste mit Zeichen, die zum jeweiligen Startbildschirm der Programme oder Themen führen.
Jedes dieser Zeichen in HTC Sense hat eine andere Funktion und kann durch die horizontale Leiste ausgewählt oder gewechselt werden. Die Zeichen sind in der folgenden Reihenfolge benannt: Home (Hauptmenü), People (Kontakte), Nachrichten, Mail, Internet, Kalender, Börse, Bilder und Videos, Musik, Wetter, Twitter, Spuren (Footprints) und Einstellungen. Die Funktionen hinter den einzelnen Zeichen sind sehr eindeutig aus der Benennung und dem Logo zu erkennen und die Zeichen sind auch sehr schön und brauchbar gestaltet. HTC hat das Benutzerinterfacedesign für Mobilgeräte mit HTC Sense definitiv sehr gut getroffen.
Die mit dem HD2 neu eingeführte Top-Anwendung unseres Testers war jedoch „Weather Backgrounds“ bzw. Wetterhintergründe, die den gesamten Bildschirm zu einem Wetter Widget macht. Wenn es regnet tröpfeln beispielsweise die Tropfen über den gesamten Bildschirm und ein Scheibenwischer wischt dann über diesen, um ihn wieder zu reinigen. Das sieht sehr schön aus und erlaubt es, das Wetter schon auf den ersten Blick festzustellen.
Die Menünavigation ist im Vergleich zu anderen Windows Mobile-Geräten gefühlt einfacher geworden, wahrscheinlich durch die Einbindung aller wichtiger Funktionen ins Windows-Menü von Windows Mobile 6.5. Einige Funktionen sind jedoch noch etwas schwer zu finden, daher könnten die Menüs noch ein Stück Aufräumarbeit vertragen. Insgesamt war die Benutzeroberfläche jedoch sehr durchdacht und einfach zu benutzen.
Obwohl es auf dem HD2 keine Themes an sich gibt, lässt sich die Hintergrundfarbe und das Farbschema der Oberfläche ändern, auch wenn das keine großen Unterschiede macht. Die Benutzeroberfläche ist in der Tat bereits in der Standardkonfiguration so gut gelungen, das wohl nur die wenigsten Nutzer Änderungen daran vornehmen wollen. Nützlicherweise besteht die Option, die Sense-Funktionstasten nach eigenen Bedürfnissen anzuordnen und nicht benutzte Funktionen auszublenden, um dafür schneller auf die Favoriten zugreifen zu können.
HTC HD2 Test: Fazit
Das HTC HD2 ist ein sehr beeindruckendes Gerät, besonders dann, wenn Sie mit Ihrem Handy oft im Internet surfen oder Youtube-Videos ansehen. Es ist aktuell definitiv eines der fortschrittlichsten Handys auf dem Markt und besitzt beinahe jede Funktion, die man sich von einem Handy nur wünschen kann. Mit Unterstützung von Microsoft Exchange, der Microsoft Office Mobile Suite und Satellitennavigation ist das HD2 auch ein ideales Business-Gerät, das auch noch Spaß macht und intuitiv zu bedienen ist.
Das soll nicht heissen, dass das HD2 perfekt ist, wie auch bereits durch die mäßigere Bewertung der Kamera und der Texteingabe angemerkt wurde, obwohl diese eher geringere Mängel in einem sonst eher überwältigenden Funktionspaket darstellen. Die Kamera ist immerhin noch gut im dunkeln zu gebrauchen und die Tastatureingabe ist dank der Größe des Bildschirmes auch eine der besten Touchscreentastaturen am Markt.
Der wahrscheinlichste Grund dafür, Nutzer vom Kauf eines HD2 abzuhalten ist jedoch die Größe des Geräts. Es ist dank des 4,3-Zoll Bildschirmes sicherlich sehr groß, aber mit einem derart riesigen Display ist eine kleinere Baugröße auch kaum möglich. –> Eigene Meinung: Ich persönlich denke, dass HTC mit dem HD2 ganze Arbeit geleistet hat und die dünne Bauform für die Breite und Länge des Gerätes völlig entschädigt. <– Besser: Nach Meinung unseres Testers hat HTC jedoch mit dem HD2 ganze Arbeit geleistet und die dünne Bauform entschädigt völlig für die Breite und Länge des Gerätes.
Abschliessend können wir das Gerät nach dem Test als besonders Empfehlenswert benoten, da es definitiv eines der besten Geräte der Tests war, wenn nicht sogar das Beste. Wenn Android auf dem Handy laufen würde, wäre es unschlagbar, aber dank HTC kann selbst Windows Mobile ganz leidlich und ansehnlich darauf betrieben werden und Spaß machen.
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